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Thema: Andere Hilfe - welche?

  1. #1
    Club 7.000 Avatar von Jamie
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    Andere Hilfe - welche?

    Mandantin beauftragt Rechtsanwalt damit, beim in Trennung lebenden Ehemann Auskunft zu verlangen, wo das Geld des gemeinsamen 4jährigen Kindes angelegt ist und um wie viel Geld es sich handelt.

    BerH wird abgelehnt mit der Begründung, die Mandantin hätte sich anderweitige Hilfe holen können.

    Ich bin leicht irritiert, hat irgendwer eine Idee, was die Rechtspflegerin meinen könnte? Klingt mir ein bisschen nach Standardablehnung.

    Wo darf ich denn meine Mandantin hinschicken, wer möchte sich denn gern um die Ansprüche des Kindes kümmern, wenn ein Anwalt dafür nicht die richtige Hilfe darstellt?
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  2. #2
    Club 3.000 Avatar von Noatalba
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    BerH abzulehnen mit der Begründung, es gäbe eine anderweitige Hilfemöglichkeit und diese dann nicht zu benennen, geht gar nicht. Mal abgesehen davon, dass ich auch nicht wüsste, welche es sein soll.

    Ich hätte vorher vielleicht angefragt, was die Antragstellerin zunächst selbst gemacht hat, um die Informationen zu erlangen (Vater angeschrieben o. ä.), aber das wäre eine Frage der Mutwilligkeit, nicht der anderweitigen Hilfe.
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  3. #3
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    Zitat Zitat von Noatalba Beitrag anzeigen
    BerH abzulehnen mit der Begründung, es gäbe eine anderweitige Hilfemöglichkeit und diese dann nicht zu benennen, geht gar nicht. Mal abgesehen davon, dass ich auch nicht wüsste, welche es sein soll.

    Ich hätte vorher vielleicht angefragt, was die Antragstellerin zunächst selbst gemacht hat, um die Informationen zu erlangen (Vater angeschrieben o. ä.), aber das wäre eine Frage der Mutwilligkeit, nicht der anderweitigen Hilfe.


  4. #4
    Club 7.000
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    Avatar von Jamie
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    Zitat Zitat von Noatalba Beitrag anzeigen
    BerH abzulehnen mit der Begründung, es gäbe eine anderweitige Hilfemöglichkeit und diese dann nicht zu benennen, geht gar nicht. Mal abgesehen davon, dass ich auch nicht wüsste, welche es sein soll.

    Ich hätte vorher vielleicht angefragt, was die Antragstellerin zunächst selbst gemacht hat, um die Informationen zu erlangen (Vater angeschrieben o. ä.), aber das wäre eine Frage der Mutwilligkeit, nicht der anderweitigen Hilfe.
    Danke, ....

    Dem Gericht ist im Übrigen aus vielen vielen vielen vielen... Akten bekannt, dass die Ex-Eheleute sich um alles alles alles alles... streiten, worum man sich so streiten kann und dass Mutter und Kind schon seit rund 2 Jahren bei uns Dauermandantschaft sind.
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  5. #5
    Club 3.000 Avatar von Patweazle
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    Zitat Zitat von Noatalba Beitrag anzeigen
    BerH abzulehnen mit der Begründung, es gäbe eine anderweitige Hilfemöglichkeit und diese dann nicht zu benennen, geht gar nicht. Mal abgesehen davon, dass ich auch nicht wüsste, welche es sein soll.

    Ich hätte vorher vielleicht angefragt, was die Antragstellerin zunächst selbst gemacht hat, um die Informationen zu erlangen (Vater angeschrieben o. ä.), aber das wäre eine Frage der Mutwilligkeit, nicht der anderweitigen Hilfe.
    Genau meine Meinung.
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  6. #6
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    Sehe ich auch so. Aber m.W. gab es hier vor ein paar Jahren eine Fortbildung, in der vertreten wurde, dass auch die Selbsthilfe eine andere Form der Hilfe ist.

  7. #7
    Club 3.000 Avatar von Patweazle
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    Zitat Zitat von SiGI Beitrag anzeigen
    Sehe ich auch so. Aber m.W. gab es hier vor ein paar Jahren eine Fortbildung, in der vertreten wurde, dass auch die Selbsthilfe eine andere Form der Hilfe ist.
    Diese Auffassung wurde früher vertreten. Allerdings kann es rein denklogisch nicht der Fall sein, denn eine "Hilfe" ist eben die Unterstützung durch eine dritte Person. Deshalb ist diese Auffassung - zum Glück - mittlerweile kaum noch vertreten.

    Das Programm TSJ (das in u.a. NRW benutzte Programm, ähnlich wie forumSTAR) hatte im früheren Vordruck genau diese Auffassung wiedergespiegelt. Dort wurden die Formulare allerdings auch - zum Glück - abgeändert.
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  8. #8
    Club 1.000 Avatar von lupo
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    BerH wird abgelehnt mit der Begründung, die Mandantin hätte sich anderweitige Hilfe holen können.
    Möglicherweise beim Jugendamt
    Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen.
    Dieter Hildebrandt

  9. #9
    Club 7.000
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    Zitat Zitat von lupo Beitrag anzeigen
    BerH wird abgelehnt mit der Begründung, die Mandantin hätte sich anderweitige Hilfe holen können.
    Möglicherweise beim Jugendamt
    Es geht nicht um Unterhalt. Welchen Einfluss sollte da das Jugendamt haben/nehmen können? Für sowas ist das wohl nicht zuständig.
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  10. #10
    Club 3.000 Avatar von Patweazle
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    Zitat Zitat von Jamie Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von lupo Beitrag anzeigen
    BerH wird abgelehnt mit der Begründung, die Mandantin hätte sich anderweitige Hilfe holen können.
    Möglicherweise beim Jugendamt
    Es geht nicht um Unterhalt. Welchen Einfluss sollte da das Jugendamt haben/nehmen können? Für sowas ist das wohl nicht zuständig.
    §18 Abs. 3 S. 4 SGB VIII

    (3) Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts nach § 1684 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Sie sollen darin unterstützt werden, dass die Personen, die nach Maßgabe der §§ 1684, 1685 und 1686a des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum Umgang mit ihnen berechtigt sind, von diesem Recht zu ihrem Wohl Gebrauch machen. Eltern, andere Umgangsberechtigte sowie Personen, in deren Obhut sich das Kind befindet, haben Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts. Bei der Befugnis, Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes zu verlangen, bei der Herstellung von Umgangskontakten und bei der Ausführung gerichtlicher oder vereinbarter Umgangsregelungen soll vermittelt und in geeigneten Fällen Hilfestellung geleistet werden.
    Gar nicht mal komplett abwegig, dann auf das JA zu verweisen. Vorliegend trotzdem falsch, da es um die Vermögenssorge geht (und nicht um die persönlichen Verhältnisse), aber immerhin nachvollziehbar, wie man darauf kommen könnte.

    Das hätte der ablehnende Rpfl aber definitiv auch im Beschluss manifestieren müssen.
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  11. #11
    Club 3.000 Avatar von PuCo
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    Zitat Zitat von Jamie Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Noatalba Beitrag anzeigen
    BerH abzulehnen mit der Begründung, es gäbe eine anderweitige Hilfemöglichkeit und diese dann nicht zu benennen, geht gar nicht. Mal abgesehen davon, dass ich auch nicht wüsste, welche es sein soll.

    Ich hätte vorher vielleicht angefragt, was die Antragstellerin zunächst selbst gemacht hat, um die Informationen zu erlangen (Vater angeschrieben o. ä.), aber das wäre eine Frage der Mutwilligkeit, nicht der anderweitigen Hilfe.
    Danke, ....

    Dem Gericht ist im Übrigen aus vielen vielen vielen vielen... Akten bekannt, dass die Ex-Eheleute sich um alles alles alles alles... streiten, worum man sich so streiten kann und dass Mutter und Kind schon seit rund 2 Jahren bei uns Dauermandantschaft sind.
    ....und das alles aus der Landeskasse.... Na prima. Vielleicht gibt es ja auch schon etliche Beratungshilfe-Akten diesbezüglich. Da könnte man über Mutwilligkeit "stolpern". Aber andere Art der Hilfe würde mir jetzt auch nicht einfallen.
    Leben und leben lassen!
    Eine Gesellschaft, in der Lachfältchen mit Nervengift weggespritzt werden, sollte mal ihre Werte überdenken. (Victoria Hamburg, Twitter)
    Nichts ist so gerecht verteilt wie die Intelligenz. Jeder denkt, er hat genug davon!
    Das Schönste an der Ironie ist, dass es immer von den Richtigen falsch verstanden wird.

  12. #12
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    Zitat Zitat von Jamie Beitrag anzeigen
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    BerH abzulehnen mit der Begründung, es gäbe eine anderweitige Hilfemöglichkeit und diese dann nicht zu benennen, geht gar nicht. Mal abgesehen davon, dass ich auch nicht wüsste, welche es sein soll.

    Ich hätte vorher vielleicht angefragt, was die Antragstellerin zunächst selbst gemacht hat, um die Informationen zu erlangen (Vater angeschrieben o. ä.), aber das wäre eine Frage der Mutwilligkeit, nicht der anderweitigen Hilfe.
    Danke, ....

    Dem Gericht ist im Übrigen aus vielen vielen vielen vielen... Akten bekannt, dass die Ex-Eheleute sich um alles alles alles alles... streiten, worum man sich so streiten kann und dass Mutter und Kind schon seit rund 2 Jahren bei uns Dauermandantschaft sind.
    ....und das alles aus der Landeskasse.... Na prima. Vielleicht gibt es ja auch schon etliche Beratungshilfe-Akten diesbezüglich. Da könnte man über Mutwilligkeit "stolpern". Aber andere Art der Hilfe würde mir jetzt auch nicht einfallen.
    Das wäre auch am ehesten meine Vermutung. Irgendwann ist vielleicht einfach die Menge der Verfahren der ausschlaggebende Faktor.
    Bleiche Ausgesetzte klammern sich ans Boot, draußen treiben Menschen ab in höchster Not.
    (H.R. Kunze)


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